Eine Schule trägt Trauer 

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„Ersatzmama“ geht in den Ruhestand

Mehr als alle Worte drückten die Umarmungen der Schüler der Pestalozzi- Grundschule in Mörsch bei der Verabschiedung ihrer Rektorin Edeltraud Eich aus. Es waren emotionale Momente in den zweieinhalb Stunden, in denen das Bild einer Pädagogin gezeichnet wurde, die in ihren 16 Jahren als Rektorin mehr als 1 000 Kinder „zu Persönlichkeiten hat reifen lassen“, wie Oberbürgermeister Sebastian Schrempp sagte. Die Feier wurde von den Schülern, den anderen Schulleitern und vom Pestalozzi-Kollegium mit humorvollen Liedern und speziell verfassten Texten gestaltet, während im Schulhaus die Eltern die Kinder beaufsichtigten und deren Auftritte koordinierten.

Schulrätin Elke Rosenberg vom Staatlichen Schulamt Karlsruhe zeichnete den schulischen Werdegang Eichs nach und meinte, „Sie haben wohl den absoluten Rekord an Schulen, an denen sie tätig waren.“ Wichtigste Stationen: Grundschule in Neuburgweier, Abi am St. Dominikus Mädchengymnasium Karlsruhe, Lehramtsstudium und die ersten drei Jahre als Lehrkraft mit befristetem Vertrag an der Hans-Thoma-Schule. 1984 dann Festanstellung in Bretten, 1988 Wechsel nach Neuburgweier. „Zupackend, zuverlässig, einsatzfreudig, pädagogisch erstklassig“ – so wie ihre Beurteilungen habe sie selbst Eich kennengelernt, betonte Rosenberg. Nach der Konrektorinnenstelle an der Anne-Frank-Schule in Oberreut wurde Eich 2002 zur Rektorin der Pestalozzischule Mörsch bestellt. Sie habe viele Neuerungen und pädagogische Reformen angestoßen. Im Mittelpunkt aber hätten immer die Kinder gestanden – ganz im Sinne des von Eich etablierten Schulprofil nach Heinrich Pestalozzi „Mit Kopf, Herz und Hand“.

Schrempp bezeichnete Eich als „engagierte Pädagogin mit vorausschauendem Denken“, als verlässliche Partnerin der Stadt. „Sie haben Spuren hinterlassen und Menschen geprägt, weit über das Schulwesen hinaus.“ Die Geschäftsführende Schulleiterin Rheinstettens, Doris Wesserling, meinte zu Eich, die nie Ermüdung gezeigt habe, „jetzt fängt das Leben neu an.“ Das Schulleitergremium werde sie vermissen wie auch ihre Stimme im Schulleiterchor. Persönliche Erinnerungen und Dank drückten auch Personalratsvorsitzende am Schulamt, Corinna Blume, der Gemeindereferent der Katholischen Kirchengemeinde, Sebastian Kraft mit Pfarrerin Ann-Kathrin Peters der Evangelischen Pfarrgemeinde sowie Elternbeiratsvorsitzender Stefan Ruppelt aus, der mit einer Skulptur einen lang gehegten Wunsch Eichs erfüllte. Dank für die gute Zusammenarbeit drückten Carmen Holzhauser und Iris Brugger-Schulz für die Kooperation Kindergärten und Grundschulförderklasse aus. Hermann Heil dankte für die Kooperation Schule und Verein für den SC Neuburgweier, SV und Musikverein Mörsch – sie hatten zum Abschluss noch ein Ständchen auf dem Schulhof parat. „Ich bin gerührt“, sagte Eich. Sie hob hervor, dass „wir immer gemeinsam in die gleiche Richtung gerudert sind, denn alleine kommt man nicht vorwärts.“ Das „Schiff Pestalozzischule“ habe eine tolle Crew und dazu gehören „auch meine Kinder“. Eindrücklich stellten diese Kinder ihr Können und ihre Verbundenheit unter Beweis, indem sie mehrere Liedvorträge aus voller Kehle und tiefstem Herzen vorbrachten. „Sie verlässt schon bald diese heiligen Mauern, … wir werden´s bedauern“, sangen sie lauthals. Jetzt freue sie sich auf ihren „Heimathafen Mann und Familie“, schloss Edeltraud Eich die offizielle Feier und dankte allen. Eine Überraschung hatten die Schulkinder parat, ein Poesiealbum, in dem jeder Schüler, jede Schülerin eine Seite gestaltet haben. Filmsequenzen aus 16 Jahren hatte das Kollegium als Erinnerung parat. (m.f.G.d.BNN)