Was ist Demokratie? 

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Das Wort Demokratie setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern demos (Volk) und kratein (herrschen). Demnach bedeutet Demokratie, die Herrschaft des Volkes.
So begann Ronald Mernitz jeweils seinen Vortrag vor den 3. Klassen aller Rheinstettener Grundschulen. Eingeladen zu dieser Aktion hatten die Schulsozialarbeiterinnen der Stadt in Kooperation mit der offenen Jugendarbeit. Gezeigt werden sollte ein Puppen-Theaterstück der beiden Theaterensembles Erfreuliches Theater aus Erfurt und der Theaterlandschaft aus dem Harz mit dem Titel: „Ich will etwas, das du nicht willst“. Über dieses Theaterstück sollte den Schülerinnen und Schülern das Thema „Demokratie“ auf kindgerechte Weise näher gebracht werden.
Und kindgerecht war die gesamte Vorführung wirklich. Herr Mernitz wurde in seinem Vortrag nämlich ganz schnell unterbrochen von Kerstin Dahke, die ihm den Vorschlag machte, die Kinder das Thema „Demokratie“ doch sinnlich erfahren zu lassen. Zunächst zögerlich, weil „das ist ja peinlich“ versuchte sich auch der Künstler aus Erfurt dann doch im Puppenspiel und was die beiden dann boten, begeisterte wirklich das gesamte Publikum: Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendbereiches.
Familie König, Mutter, Vater, eine Tochter, zwei Söhne und die Oma, wollte ein neues Haus beziehen, es gab unterschiedlich große Zimmer und jedes Familienmitglied wollte gern das größte Zimmer im Haus bewohnen. Und dann ging die Diskussion los. Argumente wurden ausgetauscht, freundlich und - weniger freundlich, die Hausbewohner beschlossen, demokratisch abzustimmen. Zuvor mussten natürlich Regeln vereinbart werden, wer wieviel Stimmen haben würde und wer überhaupt berechtigt sei, abzustimmen. Zwischen den einzelnen Dialogen der Puppen, erklärten die Schauspieler immer wieder die theoretischen Zusammenhänge und was das Ganze mit dem Leben der Kinder zu tun hat.
Zum Schluss durften die Kinder noch selbst abstimmen und dadurch bestimmen, wer denn nun das größte Zimmer im Haus beziehen sollte. Spannend war, dass die Kinder nach der (wie sich später herausstellte) ersten Wahl, ihre Argumente austauschen sollten, so dass der eine oder die andere noch einmal ins Grübeln kam und die eigene zuvor gefasste Meinung überdachte. „Es ist immer wichtig, zu wissen warum man sich für etwas entscheidet, warum man jemandem seine Stimme gibt“ erklärten Kerstin Dahke und Ronald Mernitz. Abschließend wurde endgültig gewählt und der zukünftige Bewohner des größten Zimmers stand fest.
Wir bedanken uns recht herzlich bei den beiden hervorragenden Puppenspielern, die es wirklich geschafft haben, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Und ganz sicher ist bei vielen Kindern viel mehr an Wissen zum Thema „Demokratie“ hängen geblieben, als es ein Vortrag getan hätte.